„Queen“-Kapitän erinnert sich an Entertainer, der auf dem Schiff zu Gast war

Ralf Porath: „Mentzel war ein echt toller Typ“

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Es war der 16. Juli 2008, ein verregneter Mittwoch. Auf der „Queen“ war Achim Mentzel zu Gast, der mit Spaß und Witz Erwachsene und Kinder begeisterte. Wie immer. Der Zonen-Zottel, wie ihn viele liebevoll nannten, wurde nur 69 Jahre alt.

Arendsee. Als Achim Mentzel am 16. Juli 2008 in Arendsee zu Gast war, wollte er unbedingt einmal auf der „Queen“ mitfahren. Und nicht nur das: Kapitän Ralf Porath erlaubte es dem Entertainer, das Schiff zu steuern. Und der lustige Geselle tat es mit Freude.

Fröhlich war er immer, der Mann, der 1946 in Berlin geboren wurde. Er war die Ulknudel schlechthin, seine Auftritte waren legendär. Erst vor wenigen Wochen erklärte er im Fernsehen, dass er dort auftreten möchte, wo ihn die Menschen wollen. So war er sich nie zu schade, in Kaufhäusern oder – wie Reinald Grebe es einst zu Gehör brachte – auch in Autohäusern aufzutreten.

Achim Mentzel ist mit 69 Jahren gestorben. Gestern wurde bekannt, dass am 15. Januar in Cottbus die Trauerfeier stattfindet. Freunde und Weggefährten sollen so die Chance erhalten, sich von dem Schlagersänger zu verabschieden. Mentzel war sich zu nichts zu schade. Mit seinem Lied „Gott sei Dank war sie schlank“ sang sich der Mann, der gut zwei Zentner wog, in die Herzen der nicht nur schlanken Damen. Gelernt hatte er Polsterer, Dekorateur und er absolvierte ein Gesangsstudium. Er war in vierter Ehe seit nunmehr 30 Jahren verheiratet.

Achim Mentzel

Ralf Porath, damals wie heute Kapitän auf der „Queen“, erinnerte sich an den „kleinen Dicken“, den fröhlichen Gesellen, gern zurück. „Es war eine tolle Geschichte, es ging damals um die MDR-Wette, dass Arendsee keine 100 Nixen und Häscher findet, die einen Stadtrat taufen – und Mentzel machte den Arendseern Mut, gegen den MDR anzutreten. Das alles geschah im Rahmen einer MDR-Party im Lindenpark. Lang ist es her. „Solch einen großen Pott habe ich noch nie gelenkt, es waren immer nur die Ruderboote mit der Familie“, erklärte Achim Mentzel, während er die „Queen“ steuerte.

Die Menschen im Osten werden erinnern sich gern. Auch daran, dass er einst die DDR Richtung Westen verlies und reumütig wieder zurückkehrte. Nach seiner Verurteilung auf Bewährung wurde er bekannter denn je – die DDR-Obrigen hatten ihm die Möglichkeit dazu eingeräumt. Mit „Achims Hitparade“ wurde er allen Deutschen bekannt.

Von Harry Güssefeld

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