Angela Buch stellt zum 25. Praxisgeburtstag Fragen / Mit Freunden gefeiert

Hat die Physiotherapie noch eine Zukunft?

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Angela Buch (r.) zeigte sich beeindruckt: Viele Freunde und Patienten kamen zum Gratulieren. Seit 25 Jahren besteht die Praxis und seit 25 Jahren auch die Sportgruppe „Fitness 50 plus“. Das war der Anlass für eine Feier.

Arendsee. 25 Jahre ein Unternehmen zu führen, Menschen zu helfen, ihnen Schmerzen zu nehmen und auch Mut zuzusprechen – die Arbeitswelt einer Physiotherapeutin ist weitreichend. Für Angela Buch ist es der Wunschberuf.

Bevor sie ihre heutige Praxis vor 25 Jahren an der Lindenstraße eröffnete, arbeitete sie in den Krankenhäusern Osterburg und Seehausen, später im Ambulatorium Arendsee.

„Die Praxis allein zu betreiben, das funktionierte nicht. Die Suche nach geeigneten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen gestaltet sich immer schwieriger“, erzählt Angela Buch gegenüber der AZ. Private Praxen, so erzählt sie, stünden enorm unter Druck. Viele ihrer Mitarbeiterinnen gingen wieder in Krankenhäuser und Rehazentren – auch aus finanziellen Gründen. Dass private Praxen, auch Physiotherapien wie die von Angela Buch, sehr unter Druck stünden, liege auch am Verordnungsverhalten der Ärzte, sagt sie. Verschreiben Ärzte in der Region weniger, kommen weniger Patienten. „Physiotherapie ist und bleibt für mich ein toller Beruf, der aber schon sehr zur Berufung geworden ist“, so die Arendseerin.

Doch der Beruf ist kein Beruf mit Zukunft mehr, sagt sie. Die Ausbildungskosten, die von den Interessenten getragen werden müssen, seien sehr hoch. Angela Buch wird noch direkter: „Wir erlangen bei Ärzten und in der Politik kaum eine Wertschätzung.“ Und die Krankenkassen würden immer neue Möglichkeiten finden, bei den Rezeptabrechnungen Fehler zu finden, um die Abrechnungssumme, „die sowieso niedrig ist“, zu kürzen.

Doch 25 Jahre eigene Praxis in Arendsee will sie nicht kleinreden. Den Willen, in der Seestadt eine solche Einrichtung zu etablieren, hat sie umgesetzt. „Trotz aller Rückschläge liebe ich meine Arbeit. Es geht darum, meinen Patienten zu helfen und das haben wir, aktuell ein vierköpfiges Team, immer im Hinterkopf“, so die Chefin. Sie bezeichnet die kleine Gruppe als „ihre Familie“, und das sei allein in einem solchen kleinen Unternehmen möglich.

Zum 25. Geburtstag ihrer Praxis hatten sich Freunde, Bekannte und auch die Patienten angesagt. Es gab einen gemütlichen Abend mit der Sportgruppe, die Angela Buch bereits seit 25 Jahren leitet. Also ein Doppeljubiläum sozusagen. Die Sportgruppe mit der Bezeichnung „Fitness 50 plus“ sagt es: Es sind in die Jahre gekommene Mädchen, die immer noch gern die Gemeinschaft suchen und ihren Sport nicht missen möchten. „Das älteste Mitglied ist Edith Günther“, so Angela Buch.

Von Harry Güssefeld

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