Nagelianer – ein neuer Menschtyp sucht das Glück

Sommerfilmcamp in Arendsee plant Film zum Thema Gustav Nagel

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Das Team des Sommerfilmcamps in Arendsee. Im Campingkino herrscht eine produktive Atmosphäre, auch wenn der Spaß (hier mit Nina Burri beim Verbiegen) nicht zu kurz kommt. Bürgermeister Norman Klebe war zu Gast (o.r.). 

Arendsee. Wenn Filmemacher einen Streifen über einen typischen Arendseer machen wollen, dann ist es nicht verwunderlich, dass ihnen Gustav Nagel einfällt. Ein Langfilm soll es werden, bedeutet: rund 60 Minuten.

Wer aber nun glaubt, dass es ein Streifen allein über Nagel wird, der irrt. „Es geht darum, anhand des Themas die Sinn-Sucht zu beleuchten“, so Norman Schenk, Leiter des Sommerfilmcamps im Campingkino. Ja, sie sind wieder da, die Filmemacher aus vielen Teilen der Welt – so auch Nina, eine Schweizerin, die in New York wohnt und in Arendsee die Ruhe und Natur liebt. Und sie kann etwas, was andere nicht können: Sich verbiegen. So sehr, dass man glaubt, sie findet nicht mehr zur Ausgangsstellung zurück.

Der geplante Film wird aus Episoden bestehen. Was ist Glück? Diese Frage soll beantwortet werden ebenso wie die Bedeutung materieller Werte. Die Schauspieler provozieren mit grotesken Zügen und ihre Einstellung zum Leben wird schnell zum Fanatismus. So weit, dass nur das eigene Leben lebenswert erscheint und andere wegen ihres Andersseins geächtet werden. Der Gutmensch verkommt.

Nagel zwischen Guru und Größenwahn? Die Filmemacher brechen die Hülle auf, in der der Wanderprediger und Naturmensch relativ gottgleich ruhen durfte. Der Film wird mit der Person Nagel beginnen. Die Filmemacher müssen sich aber erst einmal informieren. Und wo geht das besser als bei der Kennerin der Szene Christine Meyer? Auf dem Nagel-Areal am See erzählte sie den Filmleuten von Nagel, die bislang keine Ahnung von dem sonderbaren Typen hatten. Eine gute Voraussetzung, die Person aus einem etwas anderen Blickwinkel zu sehen. Das Campingkino wird in den nächsten Wochen zu dem Gustaf-Nagel- Camp 2015. Der fiktive Spielteil des Films: Anhänger Nagels treffen ein, um an einem Festival teilzunehmen zu Ehren ihres Mentors. Menschen mit zum Teil fanatisch getriebenem Gesundheitswahn. Ganz unpolitisch ist das ganze dann doch nicht: Übertriebene politisch korrekte Figuren scheitern am eigenen Menschsein. Man darf sich auf einen Film freuen, der im Sommer 2016 zu sehen sein wird. Mit Darstellern, die alles zu haben scheinen und dennoch auf der Suche nach dem Glück sind.

Von Harry Güssefeld

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