Arendsee: Nachtwächter jagt im Dunkeln die ungebetenen Gäste von den Anlagen

Möwenplage am Strand: Kot auf Tribüne und Stegen

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Wenn es stark regnet, dann ist die Verschmutzung nicht so gewaltig. Aber das Problem ist damit nicht vom Tisch. Die Möwen im Arendseer Strandbad sorgen für Verschmutzungen und das wiederum stört die Besucher.

Arendsee. Wo Wasser ist, da sind auch meistens Möwen. Keiner könnte sich vorstellen, dass er an der Ostsee Urlaub macht und keine Möwe sieht.

Inzwischen wissen auch Urlauber an der Ostsee, dass sie ihre Fischbrötchen und ihren Kuchen festhalten müssen, weil die gefräßigen Vögel zum Angriff übergehen.

In Arendsee sind die Möwen nicht so angriffslustig. Aber dennoch hat die Luftkurort-Arendsee-GmbH ihre Probleme mit den Gefiederten, denn sie belagern die Anlagen und hinterlassen ihren Kot auf Stegen und der Seetribüne. „Und das ist nicht mehr feierlich“, erklärt GmbH-Chef Michael Meyer gestern gegenüber der Altmark-Zeitung. Manchmal, so erzählt er, ist die gesamte Tribüne weiß von Vögeln und ihren Rückständen. Immer wieder sind die Angestellten stundenlang damit beschäftigt, die Anlagen aus Holz zu säubern. Im Sommer gebe es die Zeit, aber jetzt, im beginnenden Herbst mit der Ende der Saison und wenig Personal wird es schwierig. „Die Badegäste sind weg, aber die Möwen sind da“, so Meyer. Und sie sitzen wieder und wieder auf den Anlagen und machen die GmbH-Mitarbeiter mehr als wütend. Denn auch Schwimmmeister Dan-Peter Weber kann ein Lied davon singen. „Die Leute machen uns an, sicherlich auch mit Recht. Sie beschweren sich über die mit Kot übersäten Stege und Sitze, wenn nicht gesäubert werden konnte“, erzählt der Stappenbecker.

Doch was tun gegen die Möwen, die ihr Geschäft verrichten. Vor allem dann, wenn sie aufgescheucht werden, bedanken sie sich noch mit dem Klecks. „Die Leute sagen uns, wir sollen uns beim Umweltamt die Genehmigung holen und die Möwen bekämpfen“, sagt Dan-Peter Weber.

„Wirksam ist der Einsatz des Nachtwächters in der Saison. Er ist angehalten, die Möwen mitten in der Nacht aufzuwecken und ihnen zu erklären, dass sie unerwünscht seien“, so Michael Meyer. Sie flattern auch in die Nacht, aber bald sind sie wieder da. Und dann vielleicht auch in Gesellschaft mit Kormoranen.

Das Problem ist aktueller denn je, denn auch die Badeinsel aus Plastik ist im Sommer immer wieder Übernachtungsplatz der Möwen. „Meist sind wir überfordert. Was wir so echt machen können, wissen wir nicht. Ich wüsste auch nicht, wie man den Möwen zu Leibe rückt“, meint Michael Meyer. Doch zum Scherzen ist ihm eigentlich überhaupt nicht zumute.

Von Harry Güssefeld

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