Schlechtes Wetter lässt Besucherstrom am Arendsee ausbleiben

Leere Kassen am Strand Arendsee: GmbH sucht nach Ausweg

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Immer wieder Regen, Wind und niedrige Temperaturen: So zeigte sich das Wetter in den vergangenen Wochen. Die wenigen Sonnentage bringen der GmbH nicht die Einnahmen, die sie braucht. Noch 23 Tage sind Ferien in Sachsen-Anhalt.

Arendsee. Gestern gegen 11 Uhr im Arendseer Strandbad: Ein Mann und drei Kinder haben die Kasse passiert, mehr nicht. Für GmbH-Chef Michael Meyer und seine Mitstreiter eine Katastrophe. Das Wochenende brachte rund 500 Euro Einnahmen.

An einem Ferienwochenende müssten es aber 10 000 Euro sein, meint der Chef. Doch keine Sonne, Wind, Extremregen am Sonntag – die Liste der Gründe, warum die Badegäste nicht kommen, ist lang. Und dennoch verständlich. Was soll eine Familie im Strandbad, wenn die äußeren Bedingungen nicht stimmen? Im Bad selbst ist alles angerichtet: die Rutsche, der Wasserspielgarten, Versorgungsstände von Bratwurst bis Eis, Möglichkeiten der Ausleihe von Liegestühlen. Auch Strandkörbe stehen bereit. „Wir haben alle Mann an Bord“, so Michael Meyer. Und das ist das eigentliche Problem: Die Kosten sind da, die Einnahmen nicht. „Sie können sich wohl ausrechnen, ohne dass wir konkrete Zahlen nennen, das sich das beißt“, meint Meyer. Gebetsmühlenartig wiederholt er das, was seine Vorgänger einst sagten: Wenn das Wetter nicht mitspielt, wenn die Leute ausbleiben, dann droht ein finanzielles Fiasko. Und der Betrachter dürfte einmal mehr gespannt darauf sein, wie die Stadträte und die Ausschüsse darauf reagieren.

Die GmbH macht sich Gedanken. „Uns nützen auch nicht zwei heiße Tage, wir brauchen jetzt in den verbleibenden Ferien Badewetter“, sagt Meyer. Lohnkosten zu senken, das wird die Aufgabe sein. „Wir werden überlegen müssen, ob wir die Touristinformation ab Oktober schließen und erst im März wieder öffnen“, so eine erste Idee. Auch in anderen Bereichen müsse über Personalabbau oder zeitweise Reduzierung nachgedacht werden.

Wetter spielt die entscheidende Rolle. Nicht nur im Strand, auch bei der „Queen“, wenn es sich um Tagesgäste handelt, oder auf dem Campingplatz. Niemand macht sich auf, einen Ferientag zu erleben, wenn es regnet oder stürmt. Bei einer Wassertemperatur zwischen 17 und 20 Grad ist Überzeugung gefragt.

Bis zum 11. August sind noch Ferien in Sachsen-Anhalt. Es sind noch 23 Tage, die bleiben, voller Hoffnung auf die Besucher im Strand.

Wo sind die Urlauber, von denen der Tourismusverband immer wieder berichtet? Michael Meyer kann kaum glauben, dass die BUGA positiv nachwirkt. Jeder macht sich seine Zahlen selbst, sagt er. Wenn er es kann.

Von Harry Güssefeld

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