Nach AZ-Aufruf beschäftigen sich auch Wissenschaftler mit Ortwinkler Stein

Langsam lüftet sich das Geheimnis

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Der Ortwinkler Stein: So langsam kommen Einzelheiten ans Tageslicht. Auf dem Stein sind Namen von sechs Hofbesitzern vermerkt: Unter anderem Hennings, Schulz, Beckmann, Kahle.

Ortwinkel. Es ist zwar nur ein Stein, doch der beschäftigt inzwischen nicht nur Menschen in Ortwinkel und Rademin, sondern auch schon in der Landeshauptstadt.

Wie berichtet, hatte Rademins Ortsbürgermeister Eckhard Kamieth in der AZ einen Aufruf gestartet: Wer etwas zu dem Stein in Ortwinkel sagen kann, der vor dem Haus der Familie Müller steht, solle sich melden. Und es gab Anrufe und Briefe. Zuerst hatte sich Rolf Rötz aus Riebau gemeldet. Dessan Frau stammt aus Ortwinkel und wusste, dass der Stein einst 1893 aufgestellt wurde. Der Anlass: Der 50. Jahrestag der Gründung des Ortes Ortwinkel.

Inzwischen war auch Frank Moldenhauer aus Magdeburg mit im Boot. Der Magdeburger, der sich mit geschichtlichen Dingen befasst, hatte sich den Stein genauer angesehen und auch sechs Namen entdeckt. Der Hintergrund: Ein Rademiner hatte 1843 seinen Sitz auf die Fläche des heutigen Ortwinkel verlegt. Er soll zwölf Kinder gehabt haben, sechs von ihnen blieben in Ortwinkel und gründeten sechs Hofstellen.

„Das sind alles Hypothesen, die es noch genauer zu beleuchten gilt. Fakt ist, dass wir den Stein als geschichtliches Bauwerk erhalten und auch sanieren wollen“, erklärte gestern Eckhard Kamieth. Das Geld dafür, es sind rund 2000 Euro im Gespräch, könnte auch durch Spenden aufgebracht werden, ist sich der Rademiner sicher. Doch wie gesagt: Bis dahin wird noch zu klären sein, wie sich der Denkmalschutz eine Konservierung vorstellt. Der Ortsbürgermeister freut sich, dass die Sache Ortwinkler Stein in Bewegung kommt.

Von Harry Güssefeld

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