Familie Westphal freut sich über die Rückkehr der Störche

Kraatzer Storchennest: Paul und Paula nach einem Jahr wieder da

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Spät sind sie gekommen, aber sie sind endlich da: Nach einjähriger Pause ist das Storchennest in Kraatz wieder belegt. Die Kraatzer nennen die beiden Paul und Paula. Und hoffen, dass es auch gesunden Nachwuchs gibt.

Kraatz. Die Freude ist groß im kleinen Kraatz. Das Storchennest bei Familie Westphal ist wieder besetzt. Paul und Paula, wie die beiden Störche von den Kraatzern genannt werden, haben es sich gemütlich gemacht.

Und es hofft jeder in dem kleinen Ort, dass es auch Nachwuchs gibt. Im vergangenen Jahr hatten die Störche das Nest nicht besetzt. „Es war vielleicht auch deshalb, weil ich so krank war“, meint Storchenvater Lothar Westphal. Nun geht es ihm besser – und die beiden Störche sind da.

Landwirt Robert Pilz hat sein Anwesen gegenüber. Und beobachtet auch täglich, was sich dort abspielt. Spät sind sie ja gekommen, meint auch er. Aber es ist etwas Schönes im Ort, wenn die Störche klappern. Was ihn auch nicht mehr unbedingt aufregt, denn zwei Kinder hat er schon und „die Störche bringen ganz bestimmt kein Drittes mehr.“

Eine Infotafel mit den wichtigsten Daten und Zahlen ist hilfreich. Familie Westphal hat sie aufgestellt.

Lothar Westphal erzählt, dass sich die derzeitigen Nestbewohner noch immer gegen einen Mitwettbewerber durchsetzen müssen. „Hier gibt es manchmal ganz schön Geschrei“, sagt er. Und berichtet von kleinen Kämpfen. Scheinbar möchte ein Storchenmann nicht nur das Nest, sondern auch die Storchendame übernehmen. Cool gedacht, aber mit dem aktuellen Männchen nicht machbar.

2011 hatten Westphals das Nest aufgestellt. 2012 gab es die ersten Mieter und ein Junges. 2013 kamen Paul und Paula, wie sie genannt werden, wieder. Groß wurde ein Junges, 2014 waren es zwei Jungtiere. 2015, wie berichtet, gab es keine Bewohner. „Ob es einen Todesfall gab?“, mutmaßten die Kraatzer. Die Frage wird keiner beantworten können, aber die Tatsache, dass es nun wieder Störche gibt, macht die Einwohner froh.

Besucher, die sich nach Kraatz mit einer Sackgasse in die weiten Wiesen verirren wollen, können von der kleinen Dorfstraße aus einen ungehinderten Blick auf das Nest werfen. Wenn die Störche nicht gerade auf Frösche-Fang in den nahen Gräben sind, dann werden Paul und Paula und ihr Familienleben zu beobachten sein.

Von Harry Güssefeld

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