Förderverein verschließt sich moderner Technik nicht / Hilfe von der EU

Arendseer Klosterareal bekommt digitalen Gästeführer

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Das Klosterareal aus der Vogelperspektive. Mit Hilfe von Audio Guides soll der Informationsdurst von Besuchern noch besser gestillt werden. Die moderne Technik könnte ab November einsatzfähig sein.

Arendsee. Der Förderverein Kloster Arendsee bekam einen Brief, deren Inhalt wohl nicht nur den Vorstand, sondern auch die Besucher freuen wird. Denn die Europäische Union fördert die Einrichtung über das Programm Leader.

Der Titel lautet „Erlebnis- und Lernort Kloster“. Dahinter verbirgt sich die Idee eines digitalen Führers. Der so genannte Audio Guide wird speziell für das einstige Arendseer Kloster programmiert. Spezielle Bereiche werden einer Ziffer zugeordnet. Ein Beispiel: Wer die Taste 4 auf dem Audio Guide drückt, könnte zum Beispiel Sprach-Informationen über den Museum-Initiator und Heimatmaler Fritz Gentsch bekommen. Das gesamte Areal inklusive Klosterkirche soll digital so aufgeteilt werden, dass ein kompletter Rundgang möglich ist.

„Wir wollen damit aber nicht unsere ehrenamtlichen Gästeführer abschaffen sondern ein zusätzliches Angebot bieten“, unterstrich Uwe Walter, Vorsitzender des Fördervereins gestern. Bei größeren Gruppen soll weiterhin auf die Freiwilligen zurückgegriffen werden. Dies hat den Vorteil, dass Fragen sofort beantwortet werden. Wenn aber zum Beispiel eine Familie spontan vor der Museumstür steht, wäre der Audio Guide schneller einsetzbar, die digitale Führung kann jederzeit sofort beginnen. Geschichtsdetails können einfacher als auf Tafeln vermittelt werden. Auch Einheimische können mit Hilfe der Technik bald mehr über ihren Heimatort erfahren.

Bevor es soweit ist, gilt es zunächst einmal die Geräte zu kaufen. Doch dies genügt nicht. Es muss zudem jemand gefunden werden, der die Informationen einspricht, damit sie beliebig abgerufen werden können. Dabei könnte das Arendseer Filmcamp um Chef Norman Schenk helfen. Er soll die Stimme des Audio Guide werden. Zudem wurde bereits ein Imagefilm für den Förderverein produziert, der im Heimatmuseum angesehen werden kann.

Johan-Albrecht Müller hat das Projekt mit Audio Guide mit angeschoben. Das langjährige Vorstandsmitglied hat als Ziel, die ehrenamtlichen Gästeführer zu entlasten. Da der Bedarf wächst, die Kräfte der Freiwilligen aber begrenzt sind, wird auf moderne Technik gesetzt. Derzeit werden die Texte vorbereitet. Wie Johan-Albrecht Müller verriet, liegt der Schwerpunkt auf der romanischen Klosterkirche, die gleichzeitig ein Ursprungsort für die Entwicklung von Arendsee ist. Das übrigen Areal mit Heimatmuseum kommt aber nicht zu kurz. „Wir werden bis Ende Oktober fertig sein“, informierte Johan-Albrecht Müller. Das Projekt umfasst ein Kostenvolumen von 6200 Euro. Über das Leader-Förderprogramm fließen 4900 Euro in die Kasse des Arendseer Fördervereins.

Von Christian Ziems

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