Tabea Schumacher: „Situation an der Bahnhofstraße ist eine Zumutung“

Keine Zufahrt, kein Parkplatz und ein Knöllchen

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Tabea Schumacher mit dem Strafzettel an ihrem Skoda. Die Anwohner sind verzweifelt, sie wissen nicht, wo sie parken sollen. Und die Zufahrt zu ihrem Anwesen ist versperrt.

Arendsee. Wird in Arendsee gebaut, dann gibt es eine Anliegerversammlung. Und die Verantwortlichen werden nicht müde, den Anwohnern zu erklären, dass alles getan wird, um die Belastungen gering zu halten.

„Man solle doch das Gespräch suchen, bevor man zur Presse rennt“, hieß es auch einmal. Doch für Tabea Schumacher aus Arendsee lief das Fass über. Sie wohnt an der Friedensstraße 92, nutzt im Normalfall wie die anderen Bewohner auch die Zufahrt neben dem family-fashion-Geschäft von der Bahnhofstraße aus. Doch plötzlich war die Zufahrt dicht. „Wir hatten keine Ahnung, wann das passiert. Plötzlich war die Zufahrt zu“, so Tabea Schumacher gegenüber der AZ. Ein Wegerecht hinter dem family-fashion-Laden wurde ihnen verwehrt, das Tor verschlossen. Doch wohin mit den Autos?.

Auf dem NP-Parkplatz droht theoretisch das Abschleppen. Und so stellte die Arendseerin ihren Skoda am Dienstagabend an die Bahnhofstraße, mit vielen anderen. Das Parken ist da nicht erlaubt, aber die Verzweiflung war groß. Im Umkreis war kein anderer Parkplatz zu finden.

Am Mittwoch gegen Mittag gab es dann das Knöllchen. 15 Euro will die Stadt haben. Während des Gesprächs mit der AZ wurde Tabea Schumacher von einer Anwohnerin angesprochen. „Sie können doch an der Friedensstraße ohne Karte parken“, sagte sie. Das habe sie von der Politesse erfahren. Doch offiziell hat das niemand gesagt.

Schließlich sei der Bereich zwischen Bahnhofstraße und Kreisel noch immer Baustelle. „Ich fühle mich hier etwas veräppelt“, so die Frau, die mit dem Knöllchen in der Hand mehr als wütend ist. Die Schwierigkeiten durch die Baustelle würden noch vergrößert, indem man den Menschen in die Tasche greift, sagt sie. Die Autos an der Bahnhofstraße würden niemanden stören, zumal das eine Sackgasse sei.

Mit dem Knöllchen sprach sie gestern Vormittag im Rathaus vor. Doch die Hoffnung schwand schnell. Sie fand kein Gehör im Ordnungsamt. Eine Mitarbeiterin bügelte sie ab. „Ich konnte meine Bedenken und Wünsche nicht anbringen. Es führte kein Weg dahin, die Problematik mal zu erörtern“, erzählte die Arendseerin der AZ. Die Baustelle allein sei schon eine Zumutung. Aber der Umgang mit den Leuten noch viel mehr, sagt sie.

Von Harry Güssefeld

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