Arendseer Einrichtung findet keinen Leiter / Alternative: Ferienhort

Jugendklub ist kein Thema

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Symptomatisch für den Jugendklub, den es praktisch nicht mehr gibt: Weil der Leiter im Frühjahr ging und bislang kein Ersatz gefunden wurde, wird es auf Dauer keinen Jugendklub in der Seestadt geben.

Arendsee. Der Jugendklub in Arendsee ist vorerst Geschichte. So umriss Bürgermeister Norman Klebe gestern auf Nachfrage der AZ die Situation um die Einrichtung an der Osterburger Straße. Der Grund: Es fehlt weiter ein Jugendklubleiter.

Mit dem Weggang des letzten Verantwortlichen Rico Prohl, der im Frühjahr die Einrichtung verließ, war der Klub nicht mehr zu retten. „Es gab Ausschreibungen, aber kaum Resonanz. Und eine 30-Stunden-Stelle wird auch nicht so gewollt, die ausgebildeten Sozialpädagogen werden aktuell woanders gebraucht, so in Schulen und Flüchtlingsheimen“, erklärte Klebe, der sich den Jugendklub einst ins Wahlprogramm geschrieben hatte.

Und es gab ihn. Erinnert wird an die Anfänge im heutigen Café am Markt oder im örtlichen Ferienlager, bevor die Räumlichkeiten in einer kommunalen Wohnung an der Osterburger Straße gefunden wurden. Die Stelle des Jugendklubleiters war durch Initiative des Kreises und des damaligen Jugendhilfeausschusses geschaffen worden, die eine Stelle in Kalbe abzogen, um sie in Arendsee installieren zu können. Klebe erinnerte an den ersten Klubleiter Uli Kirsch, den Musiker, der das Handtuch warf. Nicht zuletzt, weil der Stadtrat immer wieder monierte, einige Stadträte sogar die Abschaffung forderten, weil zu wenige Kinder die Einrichtung besuchten. Auch die Kosten waren Thema. „Obwohl der Klubleiter zu 100 Prozent von Kreis und Land bezahlt wurde“, wird Klebe nicht müde, es auch heute noch zu betonen.

Rico Prohl war gegen Angriffe resistenter. Auch Dank der kurzfristigen Unterstützung kreislicher Gremien, so durch einen Besuch der Einrichtung durch den Jugendhilfeausschuss. Der Klub an der Osterburger Straße in einem Wohnhaus erfüllte nie die Bedingungen für einen guten Jugendklub. Die Beteiligten versuchten, es immer wieder ins positive Licht zu rücken. Nun ist erst einmal Schluss.

„Auch wenn es kein Ersatz ist, wir haben gerade im Sommer mit dem Hort gute Bedingungen für Schulkinder in den Ferien“, so Klebe. In diesem Jahr seien es fast sechs Wochen, die im örtlichen Ferienlager und heutigen Filmcamp Kinder betreut werden können. „Ich denke, die Kinder sind dort gut aufgehoben“, so der Bürgermeister.

Von Harry Güssefeld

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