Arendsee hat die älteste Wehr der Altmark / Festumzug und neues Gebäude

150 Jahre Retten, Bergen und Löschen

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Beim öffnen der Tore sorgten Blaulicht und Nebelmaschine in der neuen Fahrzeughalle für eine besondere Atmosphäre.

Arendsee. Retten, Bergen und Löschen: Diese Aufgaben hat sich die Arendseer Feuerwehr auf die Fahnen geschrieben. Und zwar 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Die älteste Feuerwehr der Altmark steht damit auf soliden Füßen.

Dies zeigte der 150. Geburtstag, der am Wochenende im Luftkurort gefeiert wurde.

Lutz-Georg Berklink (v.l., Innenministerium) überreichte die Ehrenurkunde an Hans-Joachim Hinze und Robert Katke.

Auch wenn ein Hauptteil der Programmpunkte auf dem Marktplatz Interessierte anlockte, ging die Aufmerksamkeit immer wieder in Richtung Bahnhofstraße. Die dort entstandene Fahrzeughalle kostete 1,3 Millionen Euro. Dazu gehört ein Verbinder zum alten Gerätehaus, der einen modernen Sanitärtrakt beinhaltet. Ortswehrleiter Robert Katke unterstrich, dass die Tür für jeden offen ist. Damit meinte er nicht nur Hilfesuchende, sondern auch Menschen, die die Arbeit der Ehrenamtlichen auf unterschiedliche Weise unterstützen möchten.

„Die Wehr hat sich zusammen mit der Stadt und dem Land das schönste Geburtstags- und Jubiläumsgeschenk selbst gemacht“, ging Bürgermeister Norman Klebe ebenfalls auf den Neubau ein. Er lobte das Engagement derer, die den Mut über 14 Jahre nicht verloren haben. So lange dauerte es, bis das Problem der beschränkten Raumkapazitäten, die unter anderem von der Feuerwehrunfallkasse angemahnt wurden, beseitigt werden konnte.

„Hurra, Hurra, die Feuerwehr wird 150 Jahr“, sangen die Kinder der Kita „Seeperle“. Der Förderverein organisierte einen Kuchenbasar.

Doch nicht nur Stadtwehrleiter Hans-Joachim Hinze unterstrich mehrfach, dass der nun fast abgeschlossene Bau – Spinde für die Kleidung fehlen noch – nun ein Abschnitt war. Denn das alte Gerätehaus ist immer noch alt, soll aber weiter genutzt werden. Er forderte die Einheitsgemeinde auf, eine mögliche Sanierung weiterhin auf den Weg zu bringen. Genauso wie der Kauf einer Drehleiter. „Manchmal stellt sich die Frage, mit wem man eigentlich verheiratet ist“, verdeutliche Hans-Joachim Hinze, dass der Arbeitsaufwand für die 38 Aktiven immer größer wird.

Referatsleiter Lutz-Georg Berklink, der Innenminister Holger Stahlknecht vertrat, lobte den ehrenamtlichen Einsatz für die Wehren in der Einheitsgemeinde. So sind fünf Prozent der Einwohner aktiv. Der Landesdurchschnitt liegt aber nur bei 1,3 Prozent. Kreisbrandmeister Torsten Schoof verdeutlichte in seiner Rede, dass der Einsatz auch bitter nötig ist: „Jederzeit muss mit einem Brand gerechnet werden.“ Hinzu kommt ein wachsendes Aufgabenspektrum, bedingt durch immer mehr und stärkere Unwetter.

Karin Wunderlich, Vorsitzende des Salzwedeler Kreisfeuerwehrverbandes, ehrte Peter Troch für sein Chronik-Engagement.

Über die lange Tradition der Arendseer Ortswehr war am Wochenende einiges zu erfahren. Peter Troch, der sich seit Jahren um die Chronik kümmert, brachte etliche Fakten vor. Dazu gehört, dass es in den 150 Jahren zwölf Wehrleiter gab. Die Gerätehäuser stehen traditionell an der Bahnhofstraße. Einen Vorgängerbau an andere Stelle wie jetzt, sollte bereits in den 1930er Jahren ersetzt werden. Dies scheiterte an den Finanzen. Der jetzige Altbau entstand ab 1963, wurde immer wieder erweitert sowie modernisiert. Dies gelang durch die unermüdliche Arbeit der Feuerwehrmitglieder. Einige von ihnen waren bei der 150. Geburtstagsfeier mit dabei.

Das Jubiläum bot natürlich auch Gelegenheit, um in die Zukunft zu schauen. Dies taten die Gratulanten von Wehren der Einheitsgemeinde sowie aus den Landkreisen Stendal und Lüchow-Dannenberg. Die Wustrower Feuerwehrleute schenkten zum Beispiel eine kleine Klappleiter, die auf einen drehbaren Podest montiert ist. Dies ist eine Anspielung auf die fehlende Drehleiter, die immer wieder gefordert wird.

Von Christian Ziems

Jubiläumsfeier: 150 Jahre Feuerwehr Arendsee

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