Doreen Melms ist seit gestern neue Schulleiterin der Theodor-Fontane-Schule

„Ich freue mich auf die neue Herausforderung“

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Doreen Melms sitzt auf dem Chefsessel in der Arendseer Sekundarschule. Seit gestern ist sie offiziell im Amt.

Arendsee. Noch ist es ruhig im Schulgebäude. Doch es ist etwas anders: Im Schulleiter-Zimmer sitzt seit gestern offiziell eine Frau. Doreen Melms aus Osterburg wird ab dem kommenden Schuljahr den verantwortungsvollen Job übernehmen.

„Ich habe mich beworben, nachdem mich Kollegen motiviert und auch das Landesschulamt nachgefragt hatte“, sagte die Pädagogin. Es gab, so weiß sie, mehrere Bewerber. „Schön, dass es geklappt hat. Unsere Schule ist eine offene Schule, wir gehen kollegial miteinander um, es funktioniert einfach“, ist sie sich sicher.

Ist das Lehrerdasein in den vergangenen Jahren schwerer oder einfacher geworden?, wollte die AZ wissen. Doreen Melms antwortet diplomatisch. „Wir haben neben der pädagogischen auch immer mehr erzieherische Arbeit zu leisten. Die Kinder sind selbstbewusster, aber teilweise kennen sie keine Regeln mehr. Das ist eine Herausforderung, der wir uns weiter stellen müssen“, so die neue Schulleiterin der Theodor-Fontane-Schule, die auch Gemeinschafts- und Sekundarschule Arendsee heißt. 23 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten aktuell 244 Schüler. Am 11. August geht es wieder los. Der Stundenplan wird bis dahin fertig sein.

Doreen Melms ist seit fünf Jahren an der Arendseer Schule als Mathe- und Physiklehrerin tätig. Mittlerweile unterrichtet sie auch Sport.

Das Abitur legte sie an der EOS Osterburg ab, ging dann an die Pädagogische Hochschule Halle und wurde Lehrerin. Das war in der Wendezeit und ihr Referendariat leistete sie an der Karl-Marx-Oberschule in ihrer Heimatstadt. Die Zeiten des Umbruchs waren auch unruhige Zeiten, vor allem für junge Lehrer, um einen Job zu finden. Es war die Zeit, ihr Leben neu in die Hand zu nehmen. Ein neues Studium, das der Finanzverwaltung, schloss sich an. Als Betriebsprüferin arbeitete sie viele Jahre. Doch der Wunsch, als Lehrerin zu arbeiten, holte sie wieder ein. „Ich habe es einfach noch einmal gewagt und fühle, dass es genau das ist, was ich will“, sagte sie.

Was macht die neue Schulleiterin so privat? „Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder, wir sind alle sehr sportlich“, sagte sie. Selbst spielte sie lange Jahre in der Fußball-Frauenmannschaft von Eintracht Osterburg. In der Abwehr, auf allen Positionen. „Die wenige Zeit, die bleibt, fahren wir auch Fahrrad. Und den Jahresurlaub, wenn es dann in die Ferne geht, verbringen wir gern im Süden. In der Wärme“, verrät die sympathische neue Chefin der Arendseer Sekundarschule.

Von Harry Güssefeld

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