Kassuhn wird 1060 Jahre alt

Historisches Dorfjubiläum mit frischem Geschmack

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Ortsbürgermeister Uwe Hundt stellte gestern am Dorfteich und nahe der Feldsteinkirche Details zum Dorffest am 10. September vor. Kassuhn wird 1060 Jahre alt und gehört damit zu den ältesten Dörfern in der Altmark.

Kassuhn. „Naturerbeverein Vissum, Kassuhn Nummer 1“, steht auf dem Etiketten des ersten Honigs, den die Ehrenamtlichen abfüllten. Die Bienen haben dafür auf den Rapsfeldern rund um den Naturlehrpfad nahe Kassuhn fleißig gesammelt.

Bienen haben genügend Honig produziert, damit 60 Gläser mit der süßen Leckerei gefüllt werden konnten.

Für die Einwohner ist ihr Ort die Nummer 1. Dies zeigt sich besonders vor dem anstehenden Jubiläum. „Die Initiative, das 1060 jährige Bestehen zu feiern, kam aus dem Ort. Besonders die Familien Hartstock und Müller bringen sich stark ein. An der Seite der Kassuhner stehen die Feuerwehr Vissum und der Naturerbeverein“, zählt Vissums Ortsbürgermeister Uwe Hundt die Hauptakteure des Dorffestes am Sonnabend, 10. September, auf. Er freut sich allgemein über das Engagement des nur 45 Einwohner zählendes Arendseer Ortsteiles. „Häuser wurden renoviert und der Dorfplatz entstand“, blickte Uwe Hundt im AZ-Gespräch zunächst nur auf das, was sich seit der Feier zum 1050. Jubiläum getan hat. Der Blick in die Vergangenheit verrät noch viel mehr. Der ursprüngliche Name lautet wahrscheinlich Kazin, ist wendisch und bedeutet auf deutsch soviel wie befestigter Lagerplatz, eine Burg könnte Sitz eines Fürsten gewesen sein. Der erste urkundliche Erwähnung stammt vom 24. August 956. Kaiser Otto der Große schenkte der Abtei Quedlinburg damals sechs Orte, darunter das heutige Kassuhn. Während des dreißigjährigen Krieges flohen die Einwohner in den kalbischen Werder. 1813 gehört der Ort zum Königreich Westfalen unter dem Regenten Jérome (Bruder von Napoleon).

Ältestes Bauwerk ist die Feldsteinkirche aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Besonderheiten wie der frühgotische Taufstein können auch in der heutigen Zeit angeschaut werden. Möglich ist dies während des Dorffestes. Dieser beginnt am 10. September um 14 Uhr mit einem Festgottesdienst. Anschließend geht es um 15 Uhr auf dem Dorfplatz mit Reden von Uwe Hundt, Bürgermeister Norman Klebe und Michael Ziche weiter. Die Packebuscher Blasmusikanten sorgen ab 15.30 Uhr für Stimmung. „Wir haben uns einen externen Versorger genommen, dass wäre sonst zu viel geworden“, unterstrich Uwe Hundt. Abends spielt Michael Hitschold auf seiner Gitarre Country, Folk, Blues und Pop.

Darüber hinaus bietet der Naturerbeverein den Honig aus der Kassuhner Region. Durch einen Zufall wurde Kontakt zu Maria Kassuhn, die im Wendland lebt, geknüpft. Sie wird während des Dorffestes unter einem großen Nussbaum Märchen vorlesen. Die Heimatstube mit traditionellen Gerätschaften aus längst vergangenen Tagen kann während der Feierlichkeiten natürlich auch besucht werden.

Von Christian Ziems

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