Führ greift Verwaltung an

Stadtrat spricht Klartext: „Die Stadt ist schmutzig, bald ist hier Land unter“

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Der Beschluss, für 120 000 Euro Technik für den Wirtschaftshof anzuschaffen, wurde bislang nicht umgesetzt. Allein ein Teleskoplader für 40 000 Euro wurde gekauft.

Arendsee. „Ich kann es nicht mehr hören, dass wir kein Geld haben. Es gab Zeiten, da gab es auch keins, und wir haben etwas für die Stadt getan“, so der Stadtrat der Linken, Klaus Führ. Nun sei aber vieles verkommen.

Führ nannte als Beispiele die hängenden Gärten an der Kaskade und auch den Bereich des Hornings. „Wenn das hier so weitergeht, können wird den Laden zumachen“, schimpfte er gegen die Verwaltung, die am Mittwochabend durch Bauamtsleiterin Monika Günther vertreten war. Die Leitung des Ausschusses hatte Uwe Walter übernommen, da der eigentliche Vorsitzende, Bürgermeister Norman Klebe, Gast beim Sommerfest des Zweckverbandes Breitband Altmark in Salzwedel war.

Monika Günther wollte erklären, warum die Stadt so aussehe. Sie argumentierte, dass „nur vier Arbeitskräfte“ im Wirtschaftshof die ganze Last nicht tragen könnten. Eine weitere Kraft sei in Kita und Schule gebunden, andere in Fleetmark und auch in Mechau. Fast kam es zu Eklat, als Monika Günther erklärte, dass es der Bauausschuss gewesen sei, der sich einst gegen eine Aufstockung des Wirtschaftshofes ausgesprochen hätte. „Das ist nicht wahr, die Verwaltung hatte das so gewollt“, meinte Führ. Außerdem sei einmal ein Beschluss gefasst worden, dass Technik im Wert von bis zu 120 000 Euro im Wirtschaftshof angeschafft werden sollte. „Es ist nur ein Multifunktionsgerät im Wert von 40 000 Euro geworden“, so Führ. Warum sei der Beschluss nicht umgesetzt worden?, fragte er weiter. Die Verwaltung komme ihrer Aufgabe nicht nach. „Wir müssen nach anderen Wegen suchen“, schlug der Stadtrat vor. Es habe seiner Ansicht nach keinen Zweck, „die vier Mitarbeiter durch die Gegend zu schicken, wo sie mehr Zeit verfahren, als notwendige Arbeit erledigen können.“

Von Harry Güssefeld

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