Zwei Fleetmarker fordern für ihren Ort mehr Unterstützung aus Arendsee

„Früher war vieles besser“

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Wolfgang Michaelis (l.) und Detlef Kordts am Bahnhof Fleetmark. Der Blick schweift über das Unkraut, das ihrem Ort nicht gut zu Gesicht steht.

Fleetmark. Für Wolfgang Michaelis und Detlef Kordts ist es ein unhaltbarer Zustand, wie es derzeit in Fleetmark aussieht. Und einen Schuldigen haben sie dafür auch. Die Verwaltung in Arendsee.

„Wir sind nicht so dumm, dass wir nicht wissen, dass die Politik nicht wusste, was hier nun passiert“, sagte Michaelis. Für ihn waren es die guten Zeiten, als die Gemeinde allein entscheiden konnte, und die Leute, die in Fleetmark angestellt waren, auch funktionierten. „Wem sollen wir denn erzählen, wer dafür verantwortlich ist, dass das Gras nicht gemäht wird und die Gehwege zuwuchern?“, fragen beide. Sie sehnen sich nach den Zeiten zurück, als das alles funktionierte. Sehr wohl wissen sie, dass das kollektive Stöhnen keine Erfindung von Fleetmark ist. Viele andere Kommunen sehen es ähnlich. Sie vermissen die Arbeiter des Wirtschaftshofes, der, so beide, „den Job gar nicht schaffen kann. “ Die Lösung: Ausreichend Arbeitskräfte einstellen oder in der Verwaltung umsetzen. „Das ist nicht einfach dahergesagt, die Einheitsgemeinde hat dafür zu sorgen, dass wir hier nicht verkommen“, so Michaelis.

Freiwillige Arbeitseinsätze lehnen beide ab. Die Zeiten sind vorbei, auch deshalb, weil „wir für alles gut bezahlen müssen.“ Man habe nun einen Anspruch darauf, in gepflegten Dörfern zu wohnen. Wie das bewerkstelligt wird, das sei nicht das Probleme des kleinen Mannes. „Wir haben diese Konstellation nicht gewollt. Man hat sie uns aufgezwungen, und nun haben wir die Folgen zu tragen“, so Kordts. Er ist es auch, der die Bäume noch einmal anspricht. Die Linden, die den Gehweg zerstören, sollen nun nach und nach raus. Jedes Jahr bis zu fünf Exemplare. „Und in der Zeit wachsen die anderen weiter und zerstören noch mehr am Weg und an Zäunen“, schimpfen beide. Für sie gibt es nur eine Lösung: Alle raus und neue gepflanzt. Die Alten könnten ja sogar umgesetzt werden, dahin, wo sie keinen Schaden anrichten.

Beiden Männern ist klar, dass sie im Rathaus als Meckerer abgestempelt werden. „Aber wir lassen uns mittlerweile alles gefallen. Gras, da wo es nicht wachsen soll, oder auch den schleichenden Wegzug der Banken. Wir wollen hier wohnen und auch die Chance erhalten, dass es nicht schlechter wird“, so Michaelis und Kordts. Der Anspruch, in einem gepflegten Dorf wohnen zu wollen, sei kein außergewöhnlicher.

Dass die neue Bürgermeisterin kaum Gehör in Arendsee findet, liege nicht an ihr. „Da ist sie in guter Gesellschaft mit den anderen“, sind sich die Männer einig.

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