Ingo Kik aus Kläden besitzt ein Goggomobil aus dem Jahr 1964

Elli heißt das kleine Gefährt

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Wenn man drinsitzt, ist es schon ok. AZ-Redakteur Harry Güssefeld besuchte den Oldtimerfreund Ingo Kik in Kläden und durfte in dessen Goggomobil einsteigen.

Kläden. 2014 entdeckte Ingo Kik auf einer Reise an die Elbe das Goggomobil. Es stand in Schönhausen auf Europaletten und war seit 1999 nicht mehr zugelassen. Er verliebte sich sofort in das Auto. Nach kurzer Verhandlung stand es in Kläden auf seinem Hof.

„Auf einem Pott lief es“, erinnert sich der Klädener. Doch es war viel zu tun: Das Auto war rot gespritzt, original war es papyrusweiß. Und so sollte es auch wieder sein. Karosse und Farbe übernahm eine Firma, technisch wurde das kleine Auto durch Ingo Kik und vor allem Christian Streiter aus Kläden wieder auf Vordermann gebracht. „Es ist alles original, darauf bin ich verdammt stolz“, so der Klädener, der mit einem Mercedes 280 SEL einen weiteren Oldtimer sein Eigen nennt.

Es ist verdammt klein, das Goggomobil aus dem Jahr 1964, das sich im Besitz von Ingo Kik in Kläden befindet. Er hatte sich in die Kiste verliebt und liebevoll wieder restauriert.

Doch zurück zu der Nusschale: Irgendwie gleicht er dem Trabant, ist nur noch kleiner und hat nur 275 Kubikzentimeter Hubraum aus zwei Zylindern. 27 PS und damit stärker als die Pappe, die dafür 600 Kubikzentimeter benötigte. Das Auto ist schön, davon konnte sich auch der AZ-Redakteur überzeugen. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 720 Kilogramm, 420 Kilogramm wiegt es leer. Theoretisch können vier Personen mitfahren, jeder zu 75 Kilogramm. Na gut, also eigentlich nur zwei etwas stärkere Personen. Doch es ist wieder gut, wenn einer hinten sitzt. Denn der Benzinhahn befindet sich in der Hutablage.

Einen Namen für das Goggomobil, das am 5. November 1964 in Niedersachsen zugelassen wurde und einst bei der Firma Glas in Stuttgart gebaut wurde, haben Ingo und Petra Kik schon. Elli, so steht es am Heck. Elli heißt ihre Enkelin. Und der Mercedes heißt Erwin, wie der Enkel.

1964 kostete das Goggomobil, das später in verschiedenen Variationen bis hin zum Kastenwagen bei BMW gebaut wurde, 3800 DM. Entstanden war die Idee in der Firma Glas, nachdem Mopeds gebaut und der Vorzug eines Daches gegen Regen erkannt wurde. Vier Räder und einen Motor im Heck: So brummte man mit wenig Geld durch die Lande. Eventuell bekommen die Teilnehmer und Besucher der 5. Arendsee-Altmark-Classic das Gefährt zu sehen. Am 30. Juli ab 9 Uhr auf dem Marktplatz in Arendsee. Ingo Kik will es versuchen.

Von Harry Güssefeld

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