Aufmerksame Verkehrsteilnehmer erleben bei der Fahrt durch die Einheitsgemeinde eine Zeitreise

Einige Schilder sind museumsreif

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Im Arendseer Ortsteil Gestien endet offenbar die Welt. Die Straße vom Ortsausgang führt zur Bundesstraße 190 und dann weiter zum Nachbarort Genzien. Doch auf dem amtlichen Schild ist davon nichts mehr zu lesen. Der Pfeil zeigt zum Feuerwachturm.

Arendsee. „Rat der Gemeinde Binde“, „Standesamt“ und „Kreis Salzwedel“ – auf dem Schild an einem Wohnhaus direkt an der Bundesstraße 190 in Binde stimmt überhaupt nichts mehr.

Alle drei Institutionen wurden vor Jahrzehnten abgeschafft oder in neue Gebilde umgewandelt. Amtliche Schilder, die an vergangene Zeiten erinnern, gibt es in der Einheitsgemeinde eine ganze Menge. In vielen Dörfern lebt mit dem Schriftzug „Gemeinde“ und dem jeweiligen Ortsnamen die einstige politische Eigenständigkeit zumindest auf Metall weiter.

Verwirrend und zum Teil auch gefährlich kann es für Verkehrsteilnehmer werden, wenn Schilder im Laufe der Jahre so ausgeblichen sind, dass ihr Sinn nicht immer sofort auf den ersten Blick erkennbar ist. Mehrere Beispiele dafür gibt es direkt in Arendsee an der Mühlenstraße, der Alten Poststraße und der Salzwedeler Straße. Probleme existieren auch an den ländlichen Wegen. Unterschiedliche Beschilderungen sind ein Zeugnis dafür, dass die ehemaligen Kommunen rund um den Arendsee offenbar nicht einer Meinung waren.

Manche amtlichen Hinweise sorgen aber auch für Schmunzeln. Nach dem Ortsteil Gestien endet offenbar die Welt. Denn am Ausgangsschild gibt es keinen Hinweis auf das nächste Dorf oder die nahe Bundesstraße 190.

Von Christian Ziems

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