Fleetmarker trauern ihrer Bahnhofstraße nach, die Kallehner Straße heißt

„Das war eine Strafaktion“

+
Die Bahnhofstraße in Arendsee durfte Bahnhofstraße bleiben (l.), während die Bahnhofstraße in Fleetmark zur Kallehner Straße wurde. Viele Fleetmarker sehen darin keinen Grund, weil Fleetmark als einziger Ort in Arendsee noch einen Bahnhof hat.

Fleetmark / Arendsee. Die Zeit, dass es in jedem Dorf eine Dorfstraße gab oder eine Bahnhofstraße, ist längst vorbei. Mit der Gebietsreform bestand die Aufgabe, jeden Straßennamen nur einmal in einer Gebietskörperschaft zu haben.

Und so war es die Aufgabe der Verwaltung, das durchzusetzen. Aus der Dorfstraße in Kläden wurde die Klädener Dorfstraße, weil es nur noch eine Dorfstraße in Ziemendorf gab. Und aus der Kleinen Straße in Fleetmark wurde die Kleine Velgauer Straße, weil der Hauptort der Einheitsgemeinde eine Kleine Straße als Durchgang von der Friedensstraße zur Straße Dessauer Worth hatte und behalten sollte.

Das alles sei noch einzusehen gewesen, erklärte jüngst der Fleetmarker Wolfgang Michaelis. Er selbst wohnte einst in der Fleetmarker Bahnhofstraße, die nun den Namen Kallehner Straße trägt. Warum? Weil es in Arendsee eine Bahnhofstraße gibt, die aber, so Michaelis, zu einem Gebäude führt, dass gar kein Bahnhof mehr ist, weil „ja gar kein Zug mehr fährt.“ Im Gegensatz dazu habe Fleetmark den einzigen funktionierenden Bahnhof in der Einheitsgemeinde. „Das ist eine Sache, die ich nie verstehen und akzeptieren werde“, sagte der Fleetmarker. Er habe sich damals bei der Umbenennung mehr Widerstand auch von Fleetmark gewünscht. Aber: Weil es ja sowieso zwischen Fleetmark und Arendsee immer krachte, sei das eine „Strafaktion gewesen“. „Man wollte uns zeigen, wo der Hammer hängt. Man wollte demonstrieren, wer den längeren Atem hat“, so der Mann, der mit seiner Lebensgefährtin nun auf die Briefe Kallehner Straße schreiben muss.

„Es ist unverständlich, dass eine Straße in Fleetmark, die zu einem vielgenutzten Bahnhof und Busknotenpunkt führt, nicht Bahnhofstraße heißen darf“, sagte Wolfgang Michaelis, der sich der Unterstützung seines Nachbarn Detlef Kordts sicher sein kann.

Beide hatten vor Tagen die Situation des Ortes Fleetmark geschildert und ihr Unverständnis zum Ausdruck gebracht, dass die Grünflächenpflege stiefmütterlich behandelt wird (wir berichteten). Inzwischen sind die Flächen nachgearbeitet worden. „Das finden wir gut“, sagte Michaelis aus der Kallehner Straße.

Von Harry Güssefeld

Kommentare