Phosphor gelangte seit den 70ern in das Grundwasser und dann in den See

Ehemalige Klärteiche im Visier der Wissenschaft

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Aus Richtung Thielbeer / Zühlen fließt das Grundwasser in den See. Und spült auch Phosphor aus den einstigen Klärteichen bei Thielbeer mit in das Gewässer.

Arendsee. Im Herbst, während der Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Arendsee (AA), sollen neue Aspekte der Seesanierung – speziell des Phosphoreintrages beleuchtet werden. Und, das ist neu, ein Weg aufgezeigt werden, wie dem Phosphor im See entgegengetreten wird.

Über ein Gespräch in Magdeburg sprach die AZ mit Arendsees Bürgermeister Norman Klebe. Und demnach scheint die chemische Ausfällung nicht mehr das Nonplusultra zu sein.

Als einer der größten Phosphor-Einleiter haben die Untersuchungen das ehemalige Klärwerk Thielbeer, die Klärteiche, ausgemacht. Demnach so erfuhr die AZ, gebe es keine aktuellen Einleiter – aber der Phosphor, der seit der Installation der Klärteiche Anfang der 70er Jahre ins Grundwasser gelangt ist, wird nun nach und nach in den See gespült. Dagegen könne man nichts unternehmen, und deshalb müsse über eine Sanierung des Sees nachgedacht werden. Eine Zahl: Es dauert rund 60 Jahre, bis der Wasserinhalt des Sees einmal komplett wechselt. Eine lange Zeit, und deshalb könne man das nicht einfach aussitzen, erklärte Klebe auf Nachfrage.

Die nordischen Gänse scheinen nun endgültig von dem Verdacht freigesprochen, einer der Haupteinträger von Phosphor in den See zu sein. Die Zahl der Gänse ging drastisch zurück. Auch illegale Einleiter in den See, so durch Abwasser, sind kein Thema.

Grundwasser von rund 31 Quadratkilometern fließe in Richtung Gewässser, so bis zur Linie Thielbeer / Zühlen. Und das führe eben diesen Phosphor aus den Klärteichen, aber auch aus dem Dünger der Landwirtschaft in den See. Das sei Fakt.

Im Oktober werden die Neuigkeiten dargestellt und Fragen aufgeworfen. Wenn keine Chemie zur Bindung des Phosphors, was dann? Die einst großen Ideen, so ein Riesenspringbrunnen in der Mitte des Sees, um das Tiefenwasser an die Oberfläche zu bringen und mit Sauerstoff zu versorgen, hören sich heute an wie Märchen aus alter Zeit.

Von Harry Güssefeld

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