Jugendeuropameisterschaft: Größter bisheriger Erfolg der Mechauerin

In der Dressur erfolgreich: Anna-Lena wird Zweite

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Volle Konzentration bei Fahrerin Anna-Lena Schulz aus Mechau bei den Jugendeuropameisterschaften der Fahrer in Schildau/Sachsen. Das Pferd wird über die Fahrleine und auch mit Worten beeinflusst. Pferdeflüsterer gibt es also doch.

Mechau. Als Anna-Lena Schulz im September im sächsischen Schildau als Zweite in der Dressur auf das Siegerpodest stieg, war sie verdammt stolz. Zweite bei einer Jugendeuropameisterschaft der Fahrer. Mit dem Adler auf der Jacke und der Deutschlandfahne in der Hand.

Dass neben so viel Freude auch Traurigkeit sein kann, erlebte die Schülerin ebenfalls. 

Eine Schleife gab es für den großartigen Erfolg.

Nach der Dressur waren noch das Marathon-Fahren und die Hindernisprüfung zu absolvieren. Warum ihr bei der Geländeprüfung Teile des Geschirrs kaputt gingen, kann sie sich selbst nicht erklären. Aber so konnte sie diese Disziplin nicht zu Ende bringen, und verzichtete dann auch auf das Hindernisfahren. „Aber es bleibt im Nachhinein die Freude über den zweiten Platz in der Dressur“, sagte sie gestern der Altmark Zeitung.

Vor dem Wettkampf wurde auch Sunny Day vom Tierarzt begutachtet. Es war alles in Ordnung.

Jahrelange Arbeit mit dem 13-jährigen Deutschen Reitpony „Sunny Day“ (Stockmaß 1,46 Meter) waren notwendig, um überhaupt nach Schildau zu kommen. Der Dank ging gestern auch an den Trainer des Deutschen Jugendteams, Dieter Lauterbach, der Weltmeister bei den Einspänner-Pferden wurde. Und der in Schildau auch stolz sein konnte, dass drei Mädchen aus Deutschland, in der Dressur startend, auf dem Podest standen. Unter ihnen Anna-Lena Schulz.

Die AZ fragte, wie sich der Fahrer bei der Dressur mit dem Pferd verständigt. „Mit der Leine und Worten“, so Anna-Lena, die im kommenden Jahr ihr Abitur ablegen möchte. Also es gibt sie tatsächlich, diese Pferdeflüsterer, denkt sich der AZ-Redakteur.

Einen neuerlichen Anlauf will die Mechauerin in zwei Jahren wagen. Wenn sie die Wettkämpfe dann im Vorfeld wieder meistert, möchte sie erneut zur Jugendeuropameisterschaft fahren – dann geht es nach Osteuropa, nach Ungarn. Der Ehrgeiz hat sie weiterhin voll im Griff.

Von Harry Güssefeld

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