Dauercamper sehen Probleme in der Neuvermessung / Stadt macht ihre Position klar

Campingplatz Harper Weg: Pacht ist keine heilige Kuh

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Idylle pur herrscht auf dem Campingplatz am Harper Weg in Arendsee. Scheinbar, denn nach der Neuvermessung der Parzellen müssen einige Besitzer mehr Pacht zahlen.

gü Arendsee. Wenn Dauercamper ihre Rechte einfordern, dann kann es schon mal laut werden. Das erlebten der Chef der Luftkurort-Arendsee-GmbH, Michael Meyer, sowie die Stadträte Jens Reichardt und Uwe Walter am Sonnabend. Wichtigstes Thema: Neuvermessung der Parzellen.

Die Verantwortlichen der GmbH hatten sich zu dem Schritt entschlossen, weil sie wussten, dass viele Flächen, unter anderem Carports und Gärten, genutzt werden, ohne dass diese aufgemessen worden sind.

Einige der Dauercamper waren sich sicher, dass in Gesprächen mit dem einstigen GmbH-Chef Jost Fischer mündliche Absprachen darüber erfolgt seien, dass Gärten zur Verschönerung des Platzes beitragen und nicht in die kostenpflichtigen Flächen eingerechnet werden. Doch Jens Reichardt verwies auf den Pachtvertrag. Alle Festlegungen bedürfen der Schriftform, heißt es darin. Somit seien mündliche Absprachen nicht gültig. Die Kritik daran wurde laut, aber auch daran, dass Flächen in Sprüngen berechnet werden, so dass einige mit wenigen Quadratmetern drüber hohe Beträge zahlen müssen.

„Wenn etwas nicht in Ordnung ist, dann müssen wir darüber reden“, erklärte Jens Reichardt im Gespräch mit der AZ. Es gehe darum, Pachtverträge in Zukunft zu schaffen, die nachvollziehbar sind und diese Sprünge möglichst nicht mehr enthalten.

„Doch wir werden nicht sagen, dass die Pacht nicht erhöht wird“, sagte der Stadtrat und Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses. Es sei allen bewusst, dass die Stadt am Hungertuch nage. Geld müsse reinkommen, um auch die Aufgaben auf dem Platz zu erledigen. „Es sind meiner Meinung nach seit 1999 keine Erhöhungen mehr erfolgt. Zeige man mir Bereiche, wo das noch gilt“, sagte Reichardt im Ergebnis der Versammlung. Es sei nicht Aufgabe der Dauercamper, notwendige Anpassungen zu verhindern.

In einigen Fällen werden dennoch Kompromisse gemacht. Dauercamper, die durch die Anlage eines Gartens enorm mehr zahlen müssen, können diesen auch zurückbauen. Andere wiederum, die auf den Rückbau verzichten, müssen die Mehrkosten dann zahlen.

An einer neuen Pachtstruktur müsse dringend gearbeitet werden, macht Reichardt deutlich. Der Stadtrat ist der Ansicht, dass die in Arendsee erhobenen Pachtbeträge im unteren Viertel des Bundesdurchschnitts liegen. Aufgabe der GmbH und der Verwaltung müsse es sein, die Pachtbeträge durch Kalkulationen zu untermauern, die auf rechtlicher Grundlage stehen. Auch über die Vertragsdauer müsse man sprechen, hieß es. Ein Jahr, wie aktuell, sei für eine gute Zusammenarbeit zwischen Dauercampern und GmbH nicht günstig. Drei bis fünf Jahre seien im Gespräch.

Von Harry Güssefeld

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