Männer aus Biederitz saugen und sammeln Eichenprozessionsspinner ein

„Der Bereich Arendsee ist besonders betroffen“

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Die Mitarbeiter einer Biederitzer Firma, die gestern an der Bundesstraße 190 im Bereich Arendsee unterwegs waren, hatten sich mit Vollschutz versehen, um nicht in Kontakt mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners zu kommen.

Arendsee. Wer nicht genau hinsieht, der könnte die großen Nester des Eichenprozessionsspinners in den Bäumen an der B190 bei Arendsee übersehen.

Doch die Mitarbeiter der Firma Enviro Pest Control GmbH aus Biederitz bei Magdeburg nahmen sich gestern kurz die Zeit, über das Aufkommen zu reden. „Wir haben gerade hier in diesem Bereich viel zu tun. Morgen müssen wir nach Wolfsburg, kommen aber wieder, um den Job hier zu vollenden“, so ein Mitarbeiter gegenüber der AZ. Vermummt, wie in einem Film, steigen sie mittels Hydraulik in die Bäume, um die Nester per Hand in die Tüten zu verfrachten oder eben abzusaugen. Wohin geht es mit den Raupen? „Wir bringen sie in die Verbrennungsanlage nach Magdeburg“, erfuhr die AZ. Danach können sie nichts mehr anrichten.

Kein Schild am Radweg zwischen Kläden und Arendsee weist auf die Gefahren hin. Denn gefährlich können die Eichenprozessionsspinner nur werden, wenn die Haare der Tiere auf nackter Haut der Menschen landen. Brennen und Rötungen sind an der Tagesordnung, und viele wissen gar nicht, dass der Auslöser diese Eichenprozessionsspinner sind. Die zwei Männer der Biederitzer Firma haben bereits an der L5 im Bereich der Kurklinik abgesaugt, und sie haben im Bereich Arendsee weiter zu tun. Vornehmlich Bundes- und Landesstraßen, denn das Land ist Auftraggeber für die Arbeiten. Die Eichen sind enorm befallen, obwohl, wie die AZ gestern erfuhr, im Vorfeld gespritzt worden war. Doch das Spritzen müsse auf den Punkt erfolgen. Falls es anschließend regnet, sei der ganze Aufwand umsonst. Warum die Eichenprozessionsspinner in Arendsee so massiv auftreten, können sich die Männer auch nicht erklären. Sie sind beauftragt, den Schaden zu minimieren, die Raupen einzusammeln. Und das tun sie.

Die Bäume in Arendsee gehören zu den rund 21 000 Eichen, die besprüht worden sind. In der Zeit, als sich die Raupen noch in einem Larvenzustand befanden, sollte das helfen, die Plage einzudämmen. In einigen Bereichen scheint das geglückt zu sein – in Arendsee mit Abstrichen.

Eine 100-prozentige Sicherheit gebe es nicht, hieß es im Frühjahr. Das aktuelle Absaugen ist dringend geboten angesichts der Raupenmassen.

Von Harry Güssefeld

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