Dr. Carsten Taut kritisiert Ausschreibung für Grundstücke am Breitenstein in Arendsee

„Die Bedingungen für den Kauf sind unseriös“

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Unter dem zu verkaufenden, unbebauten Grundstück zwischen Breitenstein und Amselweg verläuft eine alte Gasleitung. Die darf nicht überbaut werden. Auf dem Nachbargrundstück war aber bereits vor über zehn Jahren ein Teilstück entfernt worden. 

Arendsee. Trotz Widerstandes aus den Reihen der Linken und rund 120 Arendseern hatte sich der Stadtrat für einen Verkauf zweier Grundstücke im Bereich Amselweg/Breitenstein ausgesprochen.

Mit Auflagen und der ständigen Erklärung, es gebe bereits einen potentiellen Käufer, eine junge Familie, die genau dort bauen möchte. „Wie geht das?“, fragt sich Dr. Carsten Taut, der ebenso Interesse an der Fläche hegt. Zwischenzeitlich hatte sich die Stadt dazu durchgerungen, doch noch eine Ausschreibung zu inszenieren. Bis zum 15. Oktober können Interessenten sich bewerben – aber wie die Ausschreibung sagt, für beide Grundstücke. Mit der Auflage, ein Eigenheim darauf zu bauen. Dazu wird aber kein zeitlicher Rahmen benannt. Und da sei noch eine alte Gasleitung, die nicht überbaut werden könnte. „Das ist alles unseriös“, erklärte Dr. Taut.

Und er erinnert sich an den Kauf und die Bebauung seines Grundstückes unmittelbar nebenan. Damals, 2002, hatte ihm der damalige Bürgermeister Klaus Führ mitgeteilt, dass auf dem von seiner Familie gekauften Grundstück eine alte Gasleitung liege, die „bei der Bebauung durch den Grundstückseigentümer entsorgt werden muss“, erklärte Dr. Taut gegenüber der AZ. Und das habe man dann schließlich getan. Es handelte sich um einen Rohrabschnitt, der entfernt wurde. „Warum nun die Aussage, es liege eine Gasleitung auf dem zu veräußernden Grundstück und deshalb müssten zwei Grundstücke zusammen verkauft werden“, fragt der Interessent, der nach eigenen Angaben ein Angebot abgegeben hat.

Auf Nachfrage der AZ hat Bürgermeister Norman Klebe erklärt, die derzeitige Verfahrensweise richte sich nach dem Willen von Bauausschuss und Stadtrat. „Wenn in der Ausschreibung gefordert wird, dass beide Grundstücke zusammen verkauft werden, dann ist es so“, sagt Norman Klebe. Zu der Tatsache, dass ein Teil der Gasleitung auf dem nebenliegenden bereits seit vielen Jahren bebauten Grundstück entfernt wurde, wollte er sich nicht äußern.

Der Verkauf des Grundstückes erfolgt nach Gebot. Doch wer es kauft, muss bauen. Ein Kauf zum Erhalt der Grünflächen ist nicht möglich. „Die Bedingungen der Stadt sind willkürlich und nicht zu verstehen“, so Dr. Carsten Taut.

Von Harry Güssefeld

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