Touristinfo reagiert auf Beschwerden

Aufregung um „Rockt den See“: Wie laut darf Kultur sein?

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Die „Queen“ hatte gerade abgelegt, da gab es eine Beschwerde über zu laute Musik. Urlauber wollten, dass die Musik leiser gemacht wird. Für die genehmigte Fahrt im Rahmen von „Rockt den See“ unmöglich – und nicht gewollt.

Arendsee. Es war am Sonnabend, so gegen 15.30 Uhr. Die „Queen“ war gut besetzt, die Band „Monolith“ hatte angesetzt, die Aktion „Rockt den See“ in Szene zu setzen, da klingelte auf dem Schiff bei den Damen am Tresen das Handy.

Eine aufgeregte Frau am anderen Ende verlangte, „die Musik leiser zu machen“. Die Frauen auf der „Queen“ versuchten zu beruhigen, erklärten, „dass es sich um eine angemeldete Musikfahrt handelt“ und dass die Musik gegen 20 Uhr ein Ende findet. Das Gespräch endete, die Bands auf der ,Queen’zogen ihr Programm zur Freude der Passagiereund der vielen winkenden Bürger am Ufer des Arendsees durch.

„Wir haben nicht selten mit derartigen Beschwerden zu tun“, so Katrin Schrader von der Touristinfo. Es sei nicht einfach, es allen recht zu machen. „Die Veranstaltungen, die wir hier anbieten, sind für ein breites Publikum. Da sind Konzerte in der Klosterkirche und eben Rockkonzerte am Strand, auf der „Queen“ oder im Kaffeegarten“, hieß es. Es gebe nicht nur Menschen, die völlige Ruhe erleben wollten, sondern auch junge Leute, die ihre Partys lieben. „Wir müssen uns in Arendsee nicht verstecken, wenn es um Veranstaltungen geht“, meinen die Tourismusfachleute. Die Bandbreite ist groß und das trotz leerer Stadtkasse. Bürgermeister Norman Klebe hatte das immer wieder unterstrichen. Veranstaltungen auf eigenes Risiko seien für Arendsee lebenswichtig.

Beschwerden über zu laute Musik werde nachgegangen, falls vertragliche Dinge nicht eingehalten werden. Doch bei „Rockt den See“ sei alles im Lot gewesen, die Aftershowparty habe im „Kaffeegarten“ und nicht im Freien stattgefunden. „Wir denken, in Arendsee ist es nicht zu laut“, so die Tourismusfachleute.

Von Harry Güssefeld

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