Unterschriftenaktion gegen Verkauf: Angst vor zu viel Wasser

Arendseer setzen sich für Freifläche ein

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Ein symbolträchtiges Bild: Das Parkschild ist an der Zufahrt Amselweg bereits vom Pfeiler abgefallen.

Arendsee. Der Parkplatz zwischen Amselweg und Breitenstein erregt weiter die Gemüter. Das kommunale Grundstück könnte von der Stadt verkauft werden, Interesse an diesem Bereich ist vorhanden. Doch dies stößt nicht überall auf Zustimmung.

Für das Grundstück zwischen Breitenstein und Amselweg gibt es Kaufinteresse. Noch hat der Stadtrat nicht entschieden, Anlieger wollen die Parkfläche behalten und dokumentieren dies mit einer Unterschriftenaktion.

Die begonnene Unterschriftenaktion (AZ berichtete) wurde inzwischen ausgeweitet. Viele Grundstücksbesitzer des Wohngebietes haben unterschrieben. Die Liste soll beim nächsten Stadtrat an den Vorsitzenden Dieter Bolle übergeben werden.

Die Anwohner führen mehrere Argumente und Fakten an, warum das Gelände aus ihrer Sicht weiterhin im kommunalen Besitz und unbebaut bleiben sollte. Sie hoffen, dass diese vom Stadtrat, der letztendlich entscheidet, berücksichtigt werden. Als das Wohngebiet in den 1970er Jahren entstand, einigten sich die Besitzer darauf, die Freifläche als Parkplatz zu nutzen. Zudem befindet sich darunter eine Hauptgasleitung, die inzwischen aber nicht mehr genutzt wird.

Kraftfahrer nehmen die Fläche regelmäßig in Anspruch, insbesondere an Wochenenden stehen teilweise 15 und mehr Fahrzeuge dort. Auch in anderen Wohngebieten wie „Drei Eichen“ gibt es Parkplätze. Nicht nur für Besucher ist dieser Platz geeignet sondern auch für Handwerker, die Arbeiten erledigen. Denn die Straßen haben nur eine Breite von etwas über vier Metern, das gesamte Wohngebiet ist ein verkehrsberuhigter Bereich. Das Parken somit nur auf besonders gekennzeichneten Flächen erlaubt. Die Grundstücksbesitzer sind in Sorge, da Kraftfahrer ohne die noch kommunale Fläche auf den Seitenbereich ausweichen müssten. Konsequenz: Mulden werden festgefahren, das Versickern des Regenwassers funktioniert nicht mehr so wie bisher. Wasser könnte bei Starkregen auf die Grundstücke sowie Gebäude fließen. Um dies zu vermeiden, wurde beim Ausbau der Straßen 2002 zum Beispiel auf den Parkplatz als unversiegelte Fläche und auf Ökopflaster gesetzt. Denn es gab vom Umweltamt sowie dem Wasserverband die Auflage, kein Oberflächenwasser in die vorhandene Kanalisation zu leiten.

Diese liegt seit Jahrzehnten unter der Erde und ist nicht mehr die modernste. Regen- sowie Abwasser fließen im Stadtgebiet zusammen. Wenn das System überlastet ist, könnte die Mischung in den See gelangen. Darum ist die Problematik aus Sicht der Anwohner für die ganze Stadt wichtig. Dass es Schwierigkeiten gibt, lässt sich immer wieder an der Lindenstraße beobachten. Dort kämpfen Hausbesitzer mit überschwemmten Kellern. Solche Zustände wollen die Bewohner des Wohngebietes zwischen Seehäuser- und Osterburger Straße nicht. Dort stehen derzeit über 40 Eigenheime.

Von Christian Ziems

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