Poller raus und aufs Gas / Ordnungsamt will kontrollieren

Arendsee: Seepromenade als Stadtautobahn

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Das Befahren des Seeweges wird nur in Ausnahmefällen genehmigt. Der Seeweg darf nicht befahren werden, er ist mit Pollern gesperrt . Pkw auf der Promenade sind aber dennoch kein Einzelfall mehr. Das Ordnungsamt will härter durchgreifen.

Arendsee. Mit dem Rad um den See? Oder mit dem Hund einen Spaziergang unternehmen? Mit Blick auf den See? Passanten müssen immer wieder aufpassen, dass sie nicht von Autos auf dem Seeweg plattgefahren werden.

Denn: Die Seepromenade wird immer öfter als Zufahrt zu den Seegrundstücken genutzt. „Obwohl das verboten ist. Es ist nur in wenigen, wirklich wichtigen Fällen auf Antrag möglich“, so Annette Wolter vom Arendseer Ordnungsamt. Sie zeigte sich verwundert über die Hinweise von Arendseern, die durch parkende Autos auf dem Seeweg vor Probleme gestellt wurden, weil die Insassen die Türen öffneten, ohne sich vorher zu überzeugen, dass niemand gefährdet wird.

Es scheint, dass niemand mehr am See kontrolliert. Annette Wolter kündigte nun Kontrollen an. „Wenn sich die Leute nicht dran halten, dann müssen wir wieder vermehrt aktiv werden“, sagte sie gestern auf Nachfrage der AZ. „Die Poller sind nicht umsonst aufgestellt worden, wir müssen darauf drängen, dass es nicht zum Befahren des Seeweges kommt“, so die Fachfrau aus dem Ordnungsamt.

Doch nicht nur Autofahrer glauben inzwischen, das tun zu können, was sie wollen. Vermehrt werden auch Zelte am See entdeckt, so jüngst an der Bleiche. „Auch das kann nicht akzeptiert werden“, sagte Annette Wolter.

In der Vergangenheit war immer wieder diskutiert worden, die Radfahrer vom Seeweg fernzuhalten. Doch die scheinen sich mit den Fußgängern gut zu verstehen. Autos haben indes keinen Platz. Und wenn sie dann beispielsweise von der Töbelmannstraße über den Müller-Arend-Weg auf die Promenade auffahren, dann können Radfahrer und Fußgänger schon mal richtig ins Grübeln kommen. Der Promenadenabschnitt unterhalb der Innenstadt war am Wochenende besonders stark befahren. Doch das ist nicht das einzige Problem am See: Zwischen dem Gelände des Arendseer Regattavereins und der Wanderrast hatte die Stadt versucht, mit Pollern und Steinen den Autoverkehr zu reduzieren. Ohne Erfolg.

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