Platzregen sorgt für Feuerwehreinsätze in Arendsee / Keller an der Lindenstraße und in Fleetmark voll

Arendsee: Am Morgen, als das Wasser kam

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Bewohner des Hauses Lindenstraße 2/4 in Arendsee riefen erst die Feuerwehr und machten sich dann daran, das Wasser aus der Garage in Richtung Auffahrt zu befördern. Bei schwüler Luft gab es auch mal eine Pause.

Arendsee. Es schüttete wie aus Eimern, so dass die Bürger von Arendsee gestern Morgen schon darauf warten konnten, dass die Sirenen heulen. Sie wurden nicht enttäuscht – und so rückten die Einsatzkräfte vom Depot Bahnhofstraße aus.

Der Einsatz der Ortswehr Arendsee begann an bekannter Stelle: An der Lindenstraße saufen Keller regelmäßig ab. Die Kanalisation fasst die Wassermengen nicht, und die drücken zurück.

Ziel war die Lindenstraße in der Seestadt. Die Häuser Nummer 2/4 und auch die Physiotherapie Buch waren wieder einmal betroffen. An der Lindenstraße 2/4 war die Garage vollgelaufen, Autos standen im Wasser, und es konnte auch nicht verhindert werden, dass sich das Wasser im Restbereich des Kellers ausbreitete. Mit Tauchpumpen sorgten die Feuerwehrmänner und -frauen für Entlastung. Ursache des vollgelaufenen Kellers sind die eigentlichen Abflüsse, die das Wasser in die Kanalisation fließen lassen sollen. Doch diese ist zu klein bemessen, so dass bei Extremregen im Bereich Lindenstraße die Überläufe in Richtung See anspringen – und zudem das Wasser in die Häuser zurückgedrückt wird. Die Tatsache ist seit Langem bekannt, doch Interventionen der Bewohner haben bislang nichts gebracht.

Martin Retzlaff von der Arendseer Wehr half beim Auspumpen eines Wohnhaus-Kellers an der Kallehner Straße in Fleetmark.

Mit solch extremen Wetterlagen wie gestern Morgen müssen die Bewohner der Lindenstraße in diesem Bereich leben. Mit Besen und Schneeschippen bewaffnet, machten sie sich daran, im Keller der Lindenstraße 2/4 das Wasser bei nachlassendem Regen in Richtung Abläufe zu bewegen. Irgendwann klappte das, auch mit der Unterstützung der Tauchpumpen der Wehr. Rund zwei Stunden später mussten die Arendseer noch einmal raus. Auch die Wellnessfarm hatte zwischenzeitlich Land unter gemeldet, doch die Situation dort konnte auch ohne Hilfe der Wehr, die an anderen Orten gebunden war, bereinigt werden. Neues Ziel war dann Fleetmark. An der Kallehner Straße 31 stand das Wasser bis zu einer Höhe von 30 Zentimetern im Keller. Das Mittagessen musste warten, denn der Strom war plötzlich weg. Feuerwehrleute aus Fleetmark und Arendsee sorgten wieder für einen wasserfreien Keller.

Trotz der Einsätze in der Region Arendsee hinterließ das Gewitter mit dem Starkregen zwar Spuren, aber angesichts des Brandes in Wittenberge nach einem Blitzeinschlag waren die Ereignisse überschaubar. In der Elbestadt brannte eine Dämmstofffirma ab.

Von Harry Güssefeld

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