90 Fahrzeuge bei der 5. Ausfahrt dabei

5. Arendsee-Altmark-Classic: Verliebt in altes Blech

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Zu den treuen Teilnehmern an der Arendsee-Altmark-Classic gehört auch das Ehepaar Klepel aus Bad Schmiedeberg. Mit ihren aus dem Jahr 1930 stammenden Austin-Seven erregten sie viel Aufmerksamkeit. Das Fahrzeug gehörte zu den rund 90 Autos mit Motorrädern, die am Sonnabend in Arendsee auf die rund 100 Kilometer lange Strecke gingen.

Arendsee. Es war die 5. Ausfahrt und sie war mit rund 90 Fahrzeugen auch die inzwischen Größte: Die Arendsee-Altmark-Classic ist zu einem großartigen Event geworden. Das ist Fakt.

Bekam eine Arendsee-Fahne zum Starten, weil die Starterflagge fehlte: Arendsees Perlenprinzessin Silvia Meier.

Und auch wenn der Sonnabend mit einer kleinen Panne begann, weil die Starterflagge nicht da war und die Perlenprinzessin mit einer in die Jahre gekommenen Arendsee-Fahne starten musste – alles kein Problem. Die Fahrzeuge wurden von Matthias Poppe, einem Filmemacher, vorgestellt und dann ging es auf die Reise. Dieses Mal wieder in Richtung Landkreis Stendal. Geschichte atmend: Entlang eines Kolonnenweges, zuvor das Passieren der ehemaligen Grenztruppenkaserne, an der ein Major und ein Oberfeldwebel Dienst taten, die Fahnen aufgezogen. Ja, so war das damals.

Die Karawane der Oldtimer machte Halt im Blaulichtmuseum Beuster. Es war ein tolles Bild der alten Fahrzeuge. Und es gab viel Lob der Classic-Teilnehmer an das Museums-Team.

Ein wunderschöner Ausfahrt-Morgen hatte seine erste Etappe mit Wahrenberg erreicht. Das Storchendorf, an der Elbe. Ruhig, die Einwohner ließen sich kaum von dem Ansturm der Autos beeindrucken, Altmärker eben. Gelassen und wachsam. Storchennester waren zu zählen, es sollen 20 gewesen sein. Das Zählen der Nester gehörte zu den Prüfungen unterwegs. Zuvor hatte es schon einen kleinen Minigolf-Parcours gegeben, auf dem Marktplatz in Arendsee. Eine weitere Prüfung gab es später in Polkern. Der „Heiße Draht“. Bei im Lehmofen gebackenem Kuchen und Kaffee wurde auch dieser Halt zu einem schönen Erlebnis.

Heiner Fischer aus Braunschweig am „heißen Draht“.

Eines hat die Fahrt aber wieder gezeigt. Sie machte deutlich, wie schlecht die Straßen eigentlich sind. Es geht nicht um die Bundesstraßen, es geht um die Ortsverbindungsstraßen, die täglich von Menschen genutzt werden müssen, die noch zur Arbeit fahren. Sie sind teilweise in solch katastrophalem Zustand, dass einem Zweifel kommen, an den vielen Worten, man tue alles für die Menschen in der Altmark, um sie zu halten.

Etwas Besonderes war der Besuch des Blaulichtmuseums in Beuster. DDR-Geschichte pur, ein echter Konsum, Fahrzeuge aller Art und ungezählte Uniformen. „Ha, weißte noch“, sagten viele Ossis. Und die Wessis staunten.

Von Harry Güssefeld

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