Festes Ufer, weniger Stege und Phosphorsuche / Forscherergebnisse Mitte 2016

Altmarkkreis hat klare Ziele für den Arendsee

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Wellen sind schön anzuschauen, können dem Ufer des Arendsees aber auch schaden. Wie können die Seitenbereiche gesichert und das Phosphorproblem gelöst werden? Diese zwei Fragen stehen 2016 im Fokus.

Arendsee. Der Altmarkkreis hat im vergangenen Jahr mehrfach kontrolliert, ob die Regeln auf und am Arendsee eingehalten werden.

„Dabei war zu beachten, dass es gemeinsames Ziel der beteiligten Behörden ist, die Anzahl der Stege mittelfristig zu verringern“, heißt es im aktuellen, öffentlichen Verwaltungsbericht. Damit soll die Natürlichkeit und das Landschaftsbild weiter verbessert werden. Ämterübergreifend wird auch immer wieder diskutiert, wie mit unzulässigen Bauten am Ufer (Gartenhäuser) umgegangen werden soll.

Diskussionsbedarf mit der Stadt gebe es darüber hinaus noch in Sachen Ufersicherung. Das große Ziel: Interessen von Wasserbau, Naturschutz, Nutzerwünschen und kommunale Plänen in Einklang zu bringen. In der Vergangenheit gab es bereits mehrere Projekt, mit dem das Ufer und Landschaftsbild geschützt wurde. Dazu gehören Wellenbrecher zwischen Altersheim sowie der Badestelle „Quelle“. Zudem wurde der sogenannte Armeebadestrand mit Zäunen gesperrt, inzwischen hat die Natur das Areal unweit der Försterwiese wieder komplett erobert. Diese Maßnahme stieß allerdings insbesondere in Ziemendorf auf harte Kritik.

2016 rückt die seit langem diskutierte Seesanierung weiter ins Blickfeld. Denn der Kreis entscheidet, ob die geplante Ausfällung des Phosphors mit chemischen Mitteln (Polyaluminiumchlorid) genehmigt wird oder nicht. Damit soll der Blaualge die Nahrungsgrundlage entzogen werden. Ein Antrag des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, der das Millionenprojekt umsetzen will, liegt seit 2015 in Salzwedel vor.

Dort könnte aber nicht entschieden werden, so lange eine entscheidende Frage unbeantwortet bleibt: Warum gelangt über eine Grundwasserader unterhalb der Stadt soviel Phosphor in die „blaue Perle“. Forschern gelang es trotz jahrelanger Versuche bislang nicht, die Quelle klar zu lokalisieren. „Dies ist der wesentliche Punkt, der aus Sicht des Altmarkkreises Salzwedel Voraussetzung für die Genehmigungsfähigkeit ist“, wurde im Verwaltungsbericht formuliert. Die Landesanstalt für Altlasten hat den Auftrag, Licht ins Dunkle zu bringen. Die Ergebnisse sollen Mitte des Jahres vorliegen.

Derzeit werden die bereits vorliegenden Unterlagen von verschiedenen Fachbehörden geprüft. Wenn alles vollständig ist, wird eine öffentlichkeitswirksame Offensive ins Auge gefasst. Die Arendseer und weitere Betroffene sollen über alle Details informiert sowie beteiligt werden.

Von Christian Ziems

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