Tierische Aktion in Schrampe hat ein glückliches Ende

Adoptiv-Storch wird angenommen

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Karsten Bierstedt vom Salzwedeler Kreisumweltamt mit dem tierischen Waisenkind am 19. Juni in Schrampe. Dort ist der Storch inzwischen heimisch geworden.

Schrampe. „Der junge Storch wurde angenommen. Wir sind sehr glücklich“, freut sich Angela Röhl. Die Schramperin und ihr Mann Helmut hatten dem Tier im Juni ein neues Zuhause ermöglicht. Denn auf dem Grundstück befindet sich ein Storchennest.

Zwei Adebare wurden dort in diesem Jahr bereits groß gezogen, vor einigen Wochen kam ein dritter hinzu.

Der Storch stammt ursprünglich aus Saalfeld. Doch nachdem dort ein Altstorch verunglückt war, wurden zwei Eier nach Loburg gebracht und dort ausgebrütet. Mitarbeiter des Kreisumweltamtes hielten Ausschau nach einem neuen Heimatort und wurden schließlich im Arendseer Ortsteil fündig (Altmark-Zeitung berichtete).

Allerdings war nicht ganz klar, ob das Waisenkind auch angenommen wird. „Der Alt-storch war tatsächlich am Anfang augenscheinlich etwas skeptisch“, hat Angela Röhl beobachtet. Doch der Saalfelder Nachwuchs hat sich schnell am Schramper orientiert. So flattert er vor der Futteraufnahme leicht mit den Flügeln und nimmt den Kopf hoch.

„Er fühlte sich schnell wohl“, ist die Schramperin überzeugt. Auch in anderer Hinsicht lernte das Waisenkind schnell. Denn seine zwei jungen Artgenossen konnten bereits früher fliegen. Der Neuankömmling traute sich zunächst nicht richtig, fasste dann aber doch Mut. Seit etwa einer Woche erkundet er die Welt im Flug. „Nun müssen die anderen ihn später nur mit in den Süden nehmen. Mehr konnten wir nicht tun“, so Angela Röhl abschließend.

Das Saalfelder Nest rückte in diesem Jahr gleich mehrfach in den Blickpunkt. Nach dem Unfall gab es einen weiteren Zwischenfall. Zwar brüteten Störche dort zunächst wieder erfolgreich, doch das Glück hielt nicht lange. Anwohner wurden im Juli von lautem Geklapper geweckt. Nilgänse beanspruchten das Nest. Die zwei jungen Störche wurden einfach rausgeschmissen. Einer war sofort tot, der andere hatte einen offenen Bruch und war darum auch nicht mehr zu retten.

Von Christian Ziems

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