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Der strahlende Verlierer Joachim Gauck
Getragen von einer großen Welle der Sympathie hat der frühere DDR-Bürgerrechtler den schwarz-gelben Kandidaten Christian Wulff in der Bundesversammlung in den dritten Wahlgang gezwungen und der Koalition damit eine schwere Niederlage beigebracht. Dass er am Ende unterliegen würde, hatte Gauck erwartet. Dass es eine so triumphale Niederlage sein würde, eher nicht. Egal wie es ausgeht: "Ich werde in jedem Fall glücklich sein", hatte er noch kurz vor der Wahl erklärt. "Was wir erlebt haben, ist ein Geschenk für uns alle!" Als parteiloser Kandidat von SPD und Grünen hat Gauck bei der Wahl Unterstützung weit über das rot-grüne Lager hinaus erfahren.
Im ersten Wahlgang stimmten mindestens 39, im zweiten Wahlgang mindestens 30 Delegierte anderer Parteien für 70-Jährigen, der in der Bevölkerung eine Begeisterung ausgelöst hat wie kein Oppositionskandidat zuvor. Die Linke wollte ihn trotzdem nicht wählen: Obwohl sie ihre Kandidatin Luc Jochimsen zurückgezogen hatte, kam Gauck im dritten Wahlgang nur auf 494 Stimmen - und damit nur auf 34 mehr, als SPD und Grüne auf die Waage brachten. Die Delegierten feierten ihn trotzdem mit minutenlangem Applaus.
Lesen Sie auch: Die Linken machen Wulff zum Bundespräsidenten
30.06.2010 | An den Anfang der Seite
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